Kammüberschreitung Kl. + Gr. Prijakt - Gr. Mirnitzspitze - Alkuser Rotspitze
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Diese Überschreitung hatte ich vor ca 10 Jahren schon einmal gemacht und ein Freund wiederholte sie diesen Sommer, und konnte bestätigen, dass noch immer dieselben Verhältnisse vorliegen. Die Tour ist...
Diese Überschreitung hatte ich vor ca 10 Jahren schon einmal gemacht und ein Freund wiederholte sie diesen Sommer, und konnte bestätigen, dass noch immer dieselben Verhältnisse vorliegen.
Die Tour ist wegen ihrer Länge nichts für Gelegenheitsbergsteiger und sollte ernst genommen werden, da man sich den ganzen Tag an der 3000 m Grenze bewegt, ermüdende Gegenanstiege aushalten muss, und dementsprechend akklimatisiert sein sollte.
Ausgangspunkt für diese Tour ist die Hochschoberhütte. Bergsteigern, die nicht akklimatisiert sind, wird empfohlen, zuerst den Hochschober zu machen und dann die hier beschriebene Tour. Das ist keine Einstiegstour für Flachlandler.
TEIL 1 - Niederer Prijakt (3051m)
Man geht von der Hochschoberhütte in Richtung Mirschachscharte, welche bereits auf knapp 2700 m liegt. Es gibt dazu zwei Varianten: bei gutem Firn früh in der Saison sollte man die Scharte östlich von der Nase (2675m) wählen, da dies deutlich schneller ist, als den Weg über Blockwerk und Geröll. Sollte kein Schnee mehr vorhanden sein, also im Hoch- oder Spätsommer, bitte den Normalweg auf die Mirschachscharte. Von der Mirschachscharte geht es weglos dem Grat entlang hinauf in Schwierigkeitsgrad II auf den Niederen Projekt. Dieser erste Teil könnte bis zu 3 - 4 h dauern.
TEIL 2 - Niederer Prijakt (3051m) zu Hoher Prijakt (3065 m)
Steinmännchen und ansatzweise ein erkennbarer Weg weist den Übergang. Ein kurzer Ab- und Aufstieg ist erforderlich. Dieser zweite Teil sollte nicht mehr als 30 min in Ansprucn nehmen ist relativ einfach zu bewerkstelligen.
TEIL 2 - Hoher Prijakt (3065 m) – Barrenegg (2953 m) – Grosse Mirnitzspitze (2985 m)
Jetzt beginnt der ernste Teil der Hochtour. Statt über die Westliche Barreneckscharte wieder zur Hochschoberhütte abzusteigen verfolgen wir den Grat weiter in östlicher Richtung, hinauf auf das Barrenegg (ca 2953 m). Von der Westliche Barreneckscharte (auf weiche der Normalweg von der Hochschoberhütte herauf kommt), blicken wir hinauf auf die Felsen des Barrenegg und, zugegebenermaßen ist die Versuchung groß, diese Felsen auf der nördlichen Seite, die Schutthalden querend, zu umgehen. Davon wird abgeraten. Erstens ist diese Schutthalde äußerst lose, in Bewegung und wegen der vielen losen Steine sehr mühsam zu begehen und zweitens verliert man ca 120 Höhenmeter, die man dann auf der anderen Seite, wieder eine Schutthalde, hinaufsteigen muss. Hast du den Aufstieg auf den Niederen Prijakt geschafft, so ist dieser Anstieg auf das Barrenegg über die Felsen, meistens Schwierigkeitsgrad I, kurze Abschnitte bis Schwierigkeitsgrad II, überhaupt kein Problem.
Vom Hohen Prijakt ist im Übrigen der weitere Tourverlauf bestens zu übersehen und wem Zweifel ob des erforderlichen Durchhaltevermögens aufkommen, der soll sein Bier auspacken, den Rundblick geniessen und dann direkt zur Hochschoberhütte zurückkehren. Die Überschreitung der beiden Prijaktgipfel ist schon eine ordentliche Leistung und.
Vom Barrenegg geht es dann immer dem Kamm folgend, einige Felsen umgehend, auf die Grosse Mirnitzspitze hinauf. Es ist eine technisch leicht Wanderung, allerdings im Geröll.
Geschätzter Zeitaufwand:
Hoher Prijakt -> Westliche Barreneckscharte: ca 15 min
Westliche Barreneckscharte -> Barrenegg: ca 45 min
Barrenegg -> Grosse Mirnitzspitze: ca 60 bis 90 min.
TEIL 3 - Grosse Mirnitzspitze (2985 m) – Alkuser Rotspitze (3053 m)
Bergsteiger mit gutem Klettervermögen können den Grat bis zur Alkuser Rotspitze direkt verfolgen. Schwierigkeitsgrad IV. Eine Seilsicherung wird wegen zahlreicher loser Steine, vor allem hinauf zur Alkuser Rotspitze, empfohlen. Das Risiko, dass ein Griff oder Tritt ausbricht, ist erheblich.
Die von mir verfolgte Variante involviert kein Klettern sondern eine Umgehung der Felsen der Alkuser Rotspitze. Siehe dazu die Photos. Etwa in der Mitte des Weges, am Grat zwischen Grosser Mirnitzspitze und Alkuser Rotspitze, muss weglos über Geröll und Hangschutt auf der Südseite abgestiegen werden und dann immer am Fuße der Felsen entlang bis auf die Südseite der Alkuser Rotspitze gequert werden. Dort sollte man ein Steinmandl weiter oben erkenne, das ist der Schutthang hinauf zum Gipfel der Alkuser Rotspitze. Wer das Steinmandl nicht sieht, auch kein Problem, auf der Südseite der Alkuser Rotspitze direkt im Geröll auf den Gipfel hinauf. Es gibt weder einen Weg noch Markierungen, bei guter Sicht ist die Orientierung aber kein Problem.
Damit ist der technisch schwierigste Teil hinter uns.
Geschätzter Zeitaufwand: ca 2 h
TEIL 4 - Alkuser Rotspitze (3053 m) – Alkuser See - Westliche Barreneckscharte - Hochschoberhütte
Steht man auf der Alkuser Rotspitze, so stellt sich die Frage nach dem schnellsten Rückweg zur Hochschoberhütte, und dieser führt über den Alkuser See. Der Versuchung in direkter Linie die Geröllhalden in Richtung Westliche Barreneckscharte zu queren, sollte man nicht erliegen. Lose Felsblöcke und loses Geröll kosten viel mehr Zeit als die Wiesen um den Alkuser See herum und den anschließenden Weg auf die Westliche Barreneckscharte.
Um. Zum Alkuser See zu gelangen verfolgt am den Grat absteigend weiter in Östlicher Richtung, und darf keinesfalls eine Lücke in den Felsen (siehe Karte und Photos) versäumen, welche den Abstieg zuerst zum Gamssalzsee und dann zum Alkuser See ermöglicht. Wer sich auf der Kleinen Rotspitze wiederfindet ist zu weit am Grat entlang gegangen.
Bei Nebel und Wolken dürfte diese Lücke auch für Ortskundige leicht zum Übersehen sein.
Einmal beim Alkuser See angelangt, geht es wieder hinauf in Richtung Westliche Barreneckscharte. Achtung: der Weg geht entlang des Nasensteiges und dann bei einer Bachquerung hinauf auf den Bachentlang, vom Nasensteig abzweigend, in Richtung Westliche Barreneckscharte.
Es gibt auch die Alternative, via Nasensteig zur Hochschoberhütte zurückzukehren, allerdings kenne ich diese Variante nicht und mir wurde schon vor Jahren gesagt, dass dies einen Umweg von mindestens 1 h bedeutet.
Geschätzter Zeitaufwand:
Alkuser Rotspitze -> Alkuser See: ca 60 min
Alkuser See -> Westliche Barreneckscharte: ca 90 min
Westliche Barreneckscharte -> Hochschoberhütte: ca 90 min.
Insgesamt ist das ein doch sehr langer Tag. Ohne Pausen sollte man, je nach persönlicher körperlicher Verfassung insgesamt zwischen 9 und 14 h Gehzeit rechnen.
Trinkwasser gibt es am Weg aus einem Bach ca 30 min südlich der Hochschoberhütte, dann am Alkuser See und wiederum aus einem Bach nahe des Barrensees. Die Wasservorräte sind also gut einzuplanen. Zwischen Hohem Prijakt und Alkuser Rotspitze bzw Alkuser See gibt es zwei kleine Lacken, deren Wasser wahrscheinlich wegen der nahen Schafherden keine Trinkwasserqualität hat und je nach Saison auch ausgetrocknet sein könnte.
Hochschoberhütte
Schistöcke, gute Bergschuhe (für leichtes Klettern geeignet), genügend Wasser! Übliche hochalpine Ausrüstung.
lose Steine und loses Blockwerk, hochalpine Tour an der 3000 m Grenze, bei Gewitter wenig Rückzugsmöglichkeiten
Ainet zu Parkplatz Hochschoberhütte
nur bis Ainet
Parkplatz Hochschoberhütte
Limitierter Mobiltelefonempfang, meistens nur im unmittelbaren Gipfelbereich. Genügend Wasser mitnehmen !
Webcams del recorrido
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