Schwabach, die Goldschlägerstadt
Liebevoll restaurierte Fachwerk- und Bürgerhäuser, charmante Läden und urige Lokale: Schwabachs Marktplatz gehört zu den schönsten in ganz Franken. Geprägt wird er besonders von der Stadtkirche aus dem 15. und dem Rathaus aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche beherbergt noch die originalen Kunstschätze aus der Erbauungszeit – wie etwa den prächtigen Hochaltar aus der Werkstatt...
Schwabach, die Goldschlägerstadt
Liebevoll restaurierte Fachwerk- und Bürgerhäuser, charmante Läden und urige Lokale: Schwabachs Marktplatz gehört zu den schönsten in ganz Franken. Geprägt wird er besonders von der Stadtkirche aus dem 15. und dem Rathaus aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche beherbergt noch die originalen Kunstschätze aus der Erbauungszeit – wie etwa den prächtigen Hochaltar aus der Werkstatt von Michael Wolgemut, dem Lehrer des bedeutenden Albrecht Dürer. Der 15 Meter hohe Doppelwandelaltar im Stil der Spätgotik beeindruckt mit seinen aufwendig gestalteten Seitenflügeln und den vier Hauptfiguren im Schrein. Diese werden dem berühmten Bildschnitzer Veit Stoß und seinen Söhnen zugeschrieben. Wie viele weitere Sehenswürdigkeiten in Schwabach, ist auch dieser Altar Zeuge des Jahrhunderte alten Goldschlägerhandwerks und der Blattgoldschlägerei in der Stadt. Diesen verdankt Schwabach den inoffiziellen Titel „Goldschlägerstadt“. Denn in Schwabach ist fast alles Gold, was glänzt.
Wer vom Marktplatz aus zum Dach des Rathauses hinaufschaut, dem leuchten im Sonnenlicht zwei blattvergoldete Türme entgegen. Aus 2000 blattvergoldeten Ziegeln, gespendet von Bürgern und Freunden Schwabachs, besteht dieses Wahrzeichen der Stadt.
Natürlich sind die beiden Rathaustürme ein besonders beliebtes Fotomotiv bei Besuchern. Ebenso wie die moderne Madonna vor der golden leuchtenden Satelliten¬schüssel auf dem zentralen Martin-Luther-Platz. Auf diesem Platz verweilen alle gern, Einheimische genauso wie Touristen. Denn die Bänke an der Westseite der Stadtkirche bieten für eine kurze Rast ein windgeschütztes oder auch ein sonnenbeschienenes Eckchen. Wer anschließend die Schwabach aufsucht – den Fluss, der der Goldschlägerstadt seinen Namen gab –, entdeckt einen weiteren golden leuchtenden Blickfang am Ufer: einen mit Blattgold belegten großen Findling.
Schon seit Ende des 16. Jahrhunderts wird in Schwabach Blattgold geschlagen. Bis heute, denn zwei ansässige Betriebe führen diese inzwischen selten gewordene Tradition fort, sie sind die einzigen in Deutschland. Damit ist Schwabach auch das europäische Zentrum des Goldschläger-Handwerks. Und wurde im Frühjahr 2025 zum Immateriellen Kulturerbe Deutschlands ernannt.
Einblicke in das alte Handwerk gewährt das im Norden der Stadt gelegene Stadtmuseum. In ihm ist in der Goldbox, einem blattvergoldeten Kubus, eine historische Goldschlägerwerkstatt untergebracht. In dieser zeigt regelmäßig ein ausgebildeter Goldschlägermeister, wie aus einem kleinen Goldbarren ein Hauch von Blattgold entsteht. Dieses ist gerade einmal ein Zehntausendstel Millimeter dünn, verleiht aber Denkmälern, Bauten und Kircheninterieur einen unvergleichlichen Glanz: Nicht nur der Goldene Reiter in Dresden, sondern auch die Siegessäule in Berlin, die Fackel der New Yorker Freiheitsstatue und der Pariser Invalidendom verdanken ihre goldene Hülle den Schwabacher Goldschlägern. Und in jüngster Zeit ziert Blattgold zunehmend auch Speisen und Getränke. Auch die Kosmetikbranche hat das edele Metall für sich entdeckt.
Wer sich die Zeit für eine Goldschläger-Vorführung im Museum nicht nehmen kann, erfährt stattdessen im Schaupavillon in der Innenstadt, welche Arbeitsschritte es braucht, bis das edle Metall zu einem Hauch von Blattgold geworden ist. Direkt daneben lässt sich ein meterhohes, ebenfalls blattvergoldetes Ei bestaunen. Dieses verweist unverkennbar auf eine weitere Attraktion des Stadtmuseums, die einen Besuch wert ist: 2600 seltene Vogel- und Reptilieneier in der größten naturkundlichen Eiersammlung Europas finden sich dort. Der Höhepunkt der Sammlung dekorativer Eier ist zweifellos das goldverzierte »Gorbatschow-Friedensei« von Fabergé. Von diesem wertvollen Exponat werden weltweit nur zwei ausgestellt. Und Eisenbahnfans erfreut die riesige Sammlung der traditions¬reichen fränkischen Firma Fleischmann: Auf 800 Quadratmetern lässt die weltweit größte Spezial¬sammlung von Spielwaren und Modelleisenbahnen der Firma Gebrüder Fleischmann nicht nur Kinderaugen leuchten.
Eine weitere Abteilung des Museums ist einem berühmten Sohn der Stadt vorbehalten: Adolph Henselt (1815–1894), neben Chopin und Liszt einer der angesehensten Klaviervirtuosen der Romantik, ist in Schwabach geboren. Ihm ist eine Dauerausstellung gewidmet, in der man sich dem ehemaligen Hofpianisten der russischen Zarin auch klanglich nähern kann.
Auch einmalig: Im hiesigen Jüdischen Museum Franken können die Gäste eine jüdische Laubhütte mit Wandfresken aus spätbarocker Zeit an ihrem Originalplatz in Augenschein nehmen, die bei Sanierungsarbeiten im Jahr 2000 zufällig entdeckt wurde. Sie ist bundesweit ein einzigartiges Zeugnis jüdischer Kultur und Teil des jüdischen Viertels, von dem noch die ehemalige Synagoge und ein Rabbinerhaus erhalten sind.
Zwischen April und Oktober lädt das Tourismusbüro der Stadt an den Wochenenden zu lehrreichen und unterhaltsamen Stadtführungen ein. Für einen Kurztripp empfehlenswert ist die Führung „Schwabach zum Kennenlernen“. Denn diese bringt den Teilnehmenden in aller Kürze die schönsten Eindrücke im Stadtzentrum nahe. Wer alles über die goldenen Seiten der Stadt wissen will, schließt sich hingegen dem Goldschläger und seiner Führung an. Dabei kann man sogar einem überlebensgroßen Engel begegnen und erfahren, was ein goldenes Ei mit der Henne Henriette zu tun hat. Der Goldschlägermeister, einer der letzten seiner Art, weiß aus erster Hand von dem traditionellen Handwerk zu erzählen und spart dabei nicht mit Anekdoten aus seinem Berufsleben.
Eine zünftige Einkehr ist in der Goldschlägerstadt selbstverständlich auch möglich, denn rund um den Marktplatz und darüber hinaus gibt es eine leckere Auswahl an Bewirtungs-Angeboten. Die fränkische Küche gilt als deftig und ursprünglich – aber in Schwabach versteht es die Gastronomie genauso, moderne Variationen vom „Schäuferla“ – einer Spezialität von der Schweineschulter – oder der Bratwurst zu präsentieren. Am liebsten natürlich mit Blattgold verziert.
Veranstaltungen
Bürgerfest/Altstadtfest
Alljährlich findet das beliebte Bürgerfest an dem letzten Wochenende, bevor die Sommerferien beginnen statt.; dieses Jahr vom 25. bis 27. Juli. Rund um den Königsplatz und in zahlreichen Innenhöfen der Altstadt finden Besucher eine gelungene Mixtur aus ortsansässiger Gastronomie und Kulturangeboten vom Feinsten, mit viel Musik quer durch alle Stilrichtungen für Alt und Jung, große und kleine Gäste.
Ortung 14
Besonders kunstsinnig zeigt sich Schwabach alle zwei Jahre für zwei Wochen im August, zum nächsten Mal vom 9. – 24. August 2025. Dann werden bei der Kunst-Biennale »ortung« öffentliche Plätze, Kellergewölbe, Grünflächen, Kirchen und auch private Speicher oder ehemalige Laden¬geschäfte zu Ausstellungsorten für moderne Kunst. Der Kunst-Parcours ist seit mehr als 20 Jahren für unzählige Kulturbegeisterte Anlass, im Sommer durch die Stadt zu flanieren.
Weihnachtsmarkt
Natürlich hat Schwabach auch einen Weihnachtsmarkt, der jährlich rund um den zweiten und dritten Advent öffnet. In den liebevoll dekorierten Ständen stehen Schwabacherinnen und Schwabacher aus hiesigen Vereinen und Einrichtungen und verkaufen – vom blattgoldverzierten Lebkuchen bis zu selbstgestrickten Handstulpen – eigene Produkte. Sie kennen ihre Kunden und Gäste oftmals seit Jahren persönlich. Entsprechend herzlich geht es auf dem idyllischen Markt dann zu.
Info: Schwabach liegt rund 20 Kilometer südlich von Nürnberg.
Kontakt: Tourismusbüro Schwabach, Ludwigstraße 16, 91126 Schwabach, Telefon +49 91 22 860 241, E-Mail: tourismus@schwabach.de ; Internet: www.schwabach.de.
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