Besonderen Stellenwert besitz in Fridingen die Pflege historischer Fasnachtsbräuche. Wohl in nur wenigen anderen Orten dürften so viele Narrenkleider aus dem 19. Jahrhundert erhalten geblieben sein. Das älteste stammt aus dem Jahr 1856, die älteste Holzlarve von 1814. In seiner heutigen Form dürfte die Fridinger Narrenfigur aber im 18. Jahrhundert entstanden sein. Eine Besonderheit der Fridinger Fasnet ist der Pflugumzug. Die an einem langen Seil aufgereihten Narren ziehen dabei einen Pflug durch die Straßen, gefolgt von Sämann, Egge und den „alten Weibern“ mit Hacken. Das Pflügen der Straßen sowie das Aussäen von Spreu veranschaulicht die Unsinnigkeit und Vergeblichkeit allen närrischen Tuns. Seit wann der Brauch des Pflugziehens in Fridingen ausgeübt wird, ist nicht mehr feststellbar. Der früher europaweit verbreitete Brauch hat sich nur an ganz wenigen Orten bis heute
erhalten. Die Fridinger Fasnet endet am Abend vor Aschermittwoch mit dem Fasnetvergraben. Spätabends versammelt sich die Narrenschar zu einem letzten Umzug, diesmal ein von Fackeln beleuchteter Leichenzug unter den Klängen eines Trauermarschs. Nach herzzerreißenden Trauerreden und Nachrufen wird die Fasnet, symbolisiert durch die Figur
eines ausgestopften Narren, in einem Misthaufen beerdigt.

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