Das heilige Grab in der Mariä-Schutz-Kirche

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Ein heute recht selten gewordenes Zeugnis der Volksfrömmigkeit ist das sogenannte „Heilige Grab“, das alljährlich von Karfreitag bis Ostermontag den Altarraum der alten Kirche Mariä-Schutz in Fischbachau ziert.

Diese Kostbarkeit des bayerischen Spätbarocks ist nach Art eines Bühnenaufbaus gestaltet. Die zweigeschossige Holzkonstruktion birgt im unteren Teil das eigentlich „Heilige Grab“, darüber ist das berühmte „Scheyerner Kreuz“ zur Anbetung ausgesetzt. Auffallend ist das reiche Bildprogramm des kulissenartigen Aufbaues, es zeigt Bilder von der Passion Christi und der Verherrlichung des Erlösers. Die Schöpfer dieses ungewöhnlich gut erhaltenen und bedeutenden Werkes bäuerlicher Volkskust waren die Kistler (Schreiner) Caspar Auracher aus Stauden und der Maler Johann Baptist Pöhaim aus Aibling. Wie eine Inschrift auf der Rückseite mitteilt, ist das „Heilige Grab“ im Jahre 1786 entstanden.

Brauch aus dem Mittelalter:

Der religiöse Brauch, katholischer Kirchen ein Heiliges Grab zu errichten, geht auf das frühe Mittelalter zurück. Angeregt von den damals häufiger werdenden Pilgerfahrten nach jerusalem schauf man vielerorts in einer Seitenkapelle oder Krypta Andachtsstätten zur "ewigen Anbetung", wobei die Gläubigen im gebet Wache hielten bis zur Auferstehungsfeier. Schon vom Augsburger Bischof Ulrich (im Jahre 930 gestorben) weiß man, dass er das eucharistische Brot in einem Steingrab begraben hat.

Besichtig werden kann das „Heilige Grab“ von Karfreitag bis Ostermontag in der Friedhofskirche Mariä-Schutz in Fischbachau.

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