Aufstieg zum Sorgschrofen (1636m) über Zinken (1613m) | Alpiner Flair auf niedrigen Höhen
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Aufstieg zum Zinken:
Vom Parkplatz aus marschieren wir direkt durch die kleine Ortschaft Unterjoch, immer entlang der Sorgschrofenstraße. Unser erstes Ziel ist die Kirche. Dafür halten wir uns zweimal...
Aufstieg zum Zinken:
Vom Parkplatz aus marschieren wir direkt durch die kleine Ortschaft Unterjoch, immer entlang der Sorgschrofenstraße. Unser erstes Ziel ist die Kirche. Dafür halten wir uns zweimal links und stehen schließlich an einer Kreuzung direkt vor ihr.
Wir gehen rechts an der Kirche vorbei, dem Wegweiser „Zinken; Sorgschrofen über Zehrerhöfe“ folgend. Der linke Weg wird später unser Rückweg sein.
Zunächst folgen wir dem „Steinebergweg“, der bereits etwas ansteigt. Wer möchte, kann alternativ einen kleinen Parallelpfad rechts der Straße nutzen.
Vorbei am TSV-Augsburg-Haus erreichen wir eine weitere Y-Kreuzung. Auch hier halten wir uns links, folgen weiterhin dem Steinebergweg und dem bekannten Wegweiser „Zinken; Sorgschrofen“.
Ohne weitere Abzweigungen zu beachten, folgen wir der Teerstraße, die um ein Waldstück herumführt, und erreichen schließlich die Zehrerhöfe, durch die wir hindurchwandern (Wegweiser: „Zinken; Sorgschrofen“).
Der Weg vollzieht nach den Höfen zunächst eine Links- und anschließend eine Rechtskurve und endet an einem kleinen Baum.
Hier biegen wir links in einen kleineren Pfad ab, der uns auf einen Wald zuführt. Dort wenden wir uns nach rechts (Wegweiser: „Zinken; Sorgschrofen“) und steigen, an einer kleinen Hütte links vorbeigehend, durch den Wald auf. Der Steig führt uns entlang eines Bachs nach oben. Bald passieren wir ein Weidegatter und treffen wenig später auf einen breiteren Karrenweg mit erneutem Wegweiser. Wir biegen scharf links ab und folgen dem weiterhin ansteigenden Weg.
Schon bald wird dieser schmaler und führt uns als angenehmer Steig den Hang entlang. Etwa 20 Minuten später erreichen wir eine große Almwiese. Wir queren diese – ein versteckter Wegweiser befindet sich kniehoch im Gras – und steigen am gegenüberliegenden Waldrand in Serpentinen zum Kamm hinauf. Oben angekommen, folgen wir dem Pfad nach rechts und überwinden die ersten leichten Schrofen.
Der Steig führt nun in ständigem Auf und Ab am Kamm entlang, mit steinigen Passagen und einer ersten leichten Drahtseilstelle, bis wir unterhalb des Zinken ankommen. Unterwegs eröffnen sich erste schöne Ausblicke ins nördliche Tal.
Direkt unterhalb des Zinken erreichen wir einen Schilderbaum. Geradeaus vor uns liegt eine große Felsspalte mit Hinweisschild; rechts darunter verläuft ein Pfad, über den man die Felsspalte umgehen kann.
Wer zum Zinken will, wendet sich vor der Felsspalte nach links und steigt über ein paar Stufen zum Einstieg der ersten Drahtseilstelle auf.
Der Einsteig wartet schon direkt mit Kraxxelei bis Schwierigkeit I-II auf.
Diese beginnt direkt mit Kraxelei (UIAA I–II), wird jedoch durch die durchgehende Drahtseilversicherung deutlich entschärft. Nach dem ersten Aufschwung wenden wir uns nach links und steigen durch eine breite Felsspalte weiter, wiederum durch Drahtseile gesichert. Nach einer weiteren Linksdrehung folgen wir dem Seil über felsiges Gelände hinauf zum Gipfelkreuz des Zinken.
Dank durchgehender Drahtseile werden diese Passagen jedoch deutlich entschärft, sodass sie für trittsichere und schwindelfreie Berggeher gut machbar sind. Die technische Schwierigkeit liegt gefühlt eher im UIAA-I Bereich.
Weiter zum Sorgschrofen:
Zurück unterhalb des Zinken geht es nun durch die schmale Felsspalte hindurch. Wer möchte, kann sie auch auf einem Pfad etwas unterhalb umgehen.
Auf der anderen Seite übersteigen wir eine Schrofe mit kleinem Richtungszeichen und betreten den nun luftigen und teils ausgesetzten Grat zum Sorgschrofen. Hier sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.
Ein Drahtseil begleitet uns entlang der Abbruchkante zunächst ein Stück abwärts in Richtung einer markanten Felsnadel. Diese umgehen wir und folgen dem weiterhin schmalen Grat. Immer wieder wechseln sich Schrofenkraxelei und bröselige Abschnitte ab, was diese Überschreitung zu einem kleinen alpinen Abenteuer macht.
Nach einer durch Trittbügel entschärften Stelle erreichen wir eine zweite Felsnadel. Diese erkraxeln wir und steigen auf der anderen Seite, erneut mithilfe eines Drahtseils, wieder ab. Direkt im Anschluss wartet die letzte Drahtseilstelle, die uns durch gestuftes Felsgelände zum Gipfel des Sorgschrofen bringt.
Das Gipfelplateau ist nicht besonders groß, aber nach der spannenden Passage lädt es zu einer verdienten Rast ein.
Abstieg:
Um aus der ohnehin abwechslungsreichen Tour eine Rundtour zu machen, folgen wir vom Gipfel aus dem Gratverlauf weiter. Kurz darauf erreichen wir eine schrofige Scharte mit einer letzten Drahtseilsicherung. Danach geht es in vielen kleinen Serpentinen steil und teils geröllig bergab.
Nach kurzer Zeit flacht der Steig ab, und wir blicken nochmals zurück auf das Gipfelkreuz des Sorgschrofen. Wenig später passieren wir einen Reflektormast und erreichen ein Drehkreuz. Nach dessen Durchquerung stehen wir vor dem offenen Gelände eines Skigebiets mit Liftanlage.
Wir halten auf die Gipfelstation zu und entdecken davor einen Wegweiser. Wir wählen die Richtung zur "Älpele Alpe; Unterjoch" und folgen einem breiten Forstweg.
Schon wenige Minuten später sehen wir das Dach der Alpe vor uns. Wir wandern gemütlich zu ihr hinab, umrunden sie rechtsseitig und steigen über einen Pfad hinab zum Karrenweg.
Diesen verlassen wir bald wieder und biegen laut Wegweiser „Jungholz; Unterjoch“ auf einen Pfad über die Wiese ab.
Dieser beschreibt eine Linkskurve und führt uns in einen Wald, wo der Pfad wiederum eine weite Rechtskurve beschreibt und uns schließlich auf eine weitere Almwiese bringt.
Hier verläuft auch die Staatsgrenze – mit deutschen Grenzsteinen akkurat markiert.
Unterhalb der Wiese treffen wir auf einen Schilderbaum zur Orientierung. Wir folgen dem Forstweg weiter in Richtung Unterjoch und bleiben in der Folgezeit stets auf dem Hauptweg – alle Abzweigungen werden ignoriert.
Nach etwa 40 Minuten erreichen wir wieder die Kirche in Unterjoch.
Unterwegs keine
Sí
Sí
Normale Wanderausrüstung
Navi Adresse: Sonnenstraße 12, 87541 Bad Hindelang
Von München auf der A96 bis zur Anschlussstelle 22 fahren und weiter auf der B12 Richtung Kempten fahren. Bevor Kempten erreicht wird auf die A7 Richtung Füssen/Lindau/Oberstdorf/B12 wechseln. An der Anschlussstelle 137 auf die B309 Richtung Wertach wechseln. Nach etwa 2 Kilometer den Schildern auf der B310 weiter nach Wertach folgen. Nach knapp 13 Kilometer links die B310 verlassen Richtung Unterjoch und am Ortseingang parken.
Parkplatz bei Unterjoch
Zwei Länder – ein Gipfel:
Der Sorgschrofen (1 635 m) ist ein echtes Kuriosum: Über seinen Gipfel verläuft die einzige Landverbindung zwischen Deutschland und der österreichischen Exklave Jungholz. Der Grenzstein Nr. 110, unmittelbar neben dem Gipfelkreuz, markiert diesen historischen Punkt. Wer genau hinsieht, entdeckt auf dem Stein die eingemeißelten Initialen „D“ und „Ö“.
Geschichte in Stein gemeißelt:
Die eigenwillige Grenzziehung geht auf einen Vertrag von 1844 zurück – sie löste einen bereits seit dem Mittelalter bestehenden Sonderstatus Jungholz’ endgültig. Seither gehört der Kamm zwischen Zinken und Sorgschrofen zu den spannendsten Grenzpassagen der Alpen.
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